Was macht eine Einrichtungsberaterin?

Immer wieder werde ich gefragt "wie ich eigentlich so arbeite" "was genau ich da so mache" oder "ob ich denn mein eigenes Geschäft habe" oder "ob ich Architektur studiert habe". Und ich stelle dabei fest, dass Einrichtungsberatung oder auch Interior Consulting doch nicht so selbstverständlich ist wie manchmal von mir angenommen. Deshalb möchte ich hier heute ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.

Gleich mal vorweg, ich habe kein eigenes Geschäft, ich vertrete auch keine bestimmten Labels oder betreibe einen eigenen Handel. Ich arbeite alleine und habe ein kleines Büro in Wien. Natürlich habe ich Kontakte zu verschiedenen Möbelagenturen, Geschäften, wo ich mir mit der Zeit ein kleines Netzwerk aufgebaut habe. Denn nichts ist wichtiger in meinem Job als mit verlässlichen Partnern zusammenzuarbeiten, ob Möbellieferanten oder Handwerker. Aber woher ich im Endeffekt meine Vorschläge beziehe hängt in erster Linie von den Wünschen und vorallem Budget meiner KundInnen ab. Mit den Jahren hat sich eine gewisse Stilrichtung entwickelt, ich arbeite gerne mit dunklen Farben, zeitlosen Möbeln und Akzenten mit dem gewissen Etwas. Landhausstil, ob modern oder klassisch, biete ich nicht mehr an, das liegt mir einfach nicht.

Nach einem ausführlichen Briefing und Erstgespräch geht es ans Werk. Ich drucke mir den Wohnungs/Hausplan aus und alle Fotos, die ich von dem zu veränderten Räumen gemacht habe, werden von mir eine gefühlte Ewigkeit angestarrt. Da ich nicht vorort lebe versuche ich so ein Gefühl für die Räumlichkeiten zu bekommen. Wieviel Platz steht zu Verfügung, was sind die Anforderungen, Gehwege, Licht, Türen,... alles muss berücksichtigt werden. Dann erst geht es an die Recherche und Findung der passenden Möbel, etc.

Die Ideensammlung ist anfangs groß. Wie ein Puzzle setze ich einzelne Stücke zusammen, probiere, sortiere aus, probiere wieder bis ein stimmiges Bild entsteht. Hierbei hilft mir ein elektronisches Moodboard. Sobald ich ein Bild im Kopf habe, geht es an die Abstimmung der Materialien, Farben, Licht, um den perfekten Mix zu finden. Möbel zu suchen ist noch relativ unkompliziert, aber alle Bestandteile so zu arrangieren, dass es wie von einfacher Hand gemacht wirkt, das kostet am meisten Zeit und ist für mich die wahre Kunst am Einrichten. Inspirationen dafür hole ich mir von Fachmagazinen, Büchern, diverse Online Seiten, auch mal von diversen Reisen und natürlich auch Messen.

Auch wenn ich immer Gesamtkonzepte präsentiere und dementsprechend vollgepackt mit Farbkarten, Stoffmustern, Tapetenbüchern zu meinen KundInnen fahre, empfehle ich immer, alles Schritt für Schritt anzugehen. Einrichten braucht Zeit, oft ändert sich während des Prozesses eine Farbnuance oder das Material und schon ist es nicht mehr stimmig. Gerne helfe und unterstütze ich bei der Umsetzung bis zum finalen Styling.

Abschließend sei gesagt, ich habe zwar eine Ausbildung gemacht, bin aber kein Architekt. Ich arbeite an der "Oberfläche". Für Sanierungsarbeiten habe ich Spezialisten an der Hand, die mich bei meinen Ideen tatkräftig unterstützen.

Ich hoffe, ich konnte so einen kleinen Einblick in mein Tun und Schaffen geben. Wer mehr wissen möchte kann mich auch gerne in meinem Büro besuchen. Würd mich freuen!